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Am 10. Februar 2026 spreche ich wieder mal online beim Legal Tech Lab Cologne, diesesmal über: bessere Datenanalyse für moderne juristische Arbeit!
Wir sprechen über die Erwartungen des Rechts an Menschen und Organisationen, wie man einen Erwartungshorizont bildet, über den sagenumwobenen “Normalmenschen”, die tatsächliche Leistungsfähigkeit und wie man von irreführenden aber verbreiteten Methoden wie dem Durchschnitt und Tortendiagrammen wegkommt, um Daten besser und ehrlicher zu analyiseren.
- Wann: 10. Februar 2026, 19.00 bis 20.30 Uhr
- Zoom-Link: https://us06web.zoom.us/j/84037278664?pwd=g3kBbZ1dEreOoMmbwHAEIZiLSRaYZm.1
- Passwort: 369158
Ungeduldig? Ich habe im LTLC-eigenen Podcast Talking Legal Tech mit Felipe Molina schon über Legal Data Science gesprochen.
Abstract Link to heading
Das Recht stellt viele Erwartungen an Menschen und Organisationen, aber diese Erwartungen dürfen nicht unerfüllbar sein, sonst lässt sich Verhalten nicht sinnvoll steuern. Wie bildet man aber einen Erwartungshorizont? In einer meritokratischen Gesellschaft wird in der Regel auf die persönliche und gruppenbezogene Leistungsfähigkeit abgestellt.
Oft haben wir bei der Schaffung und Anwendung des Rechts dabei einen “Normalmenschen” vor Augen, beispielweise den “Normalverdiener”, den “normal informierten und angemessen aufmerksamen und verständigen Durchschnittsverbraucher” oder ganz allgemein gesprochen die “Mittelschicht”. Ausgehend von diesem idealisierten Referenzmenschen stellen wir dann höhere oder geringere Anforderungen aus besonderen Gründen.
Man kann diesen Durchschnittsmenschen natürlich rein normativ bestimmen wie es die juristische Ausbildung uns vorlebt (“durchschnittlichen Anforderungen”), aber dann finden sich möglicherwiese nur eine Handvoll Menschen, die diesen Anspruch tatsächlich erfüllen können. Glauben wir beispielsweise allein der juristischen Ausbildungsstatistik, dann gibt es in Deutschland offiziell so gut wie keine “guten” und “sehr guten” Jurist:innen.
Wenn das Recht in der Realität Anwendung finden soll ist es aber sinnvoller sich an der tatsächlichen Leistungsfähigkeit zu orientieren. Diese muss empirisch bestimmt werden. Entgegen der Beteuerungen vieler Jurist:innen kommt juristische Arbeit deshalb nicht wirklich ohne empirische Methoden und Zahlen aus. Abgesehen von den Grundrechenarten ist vor allem ein Bereich unvermeidbar: Statistik.
In der Statistik geht es um die Sammlung, Analyse und Kommunikation von Daten. Wir werden uns in der Rechtswissenschaft geläufige statistische Methoden wie Durchschnitt bzw. Tortendiagramme ansehen und über ihre Probleme sprechen. Hinter Ideen wie dem “Normalmenschen” oder der “Mittelschicht” stehen zudem nicht hinterfragte statistische Modelle, die einen irreführenden Eindruck erwecken können. Auf dieser Grundlage sprechen wir anschließend über bessere aber dennoch einfache statistische Methoden, die für alle Jurist:innen erlernbar und benutzbar sind.